Felix Bergmann

Schreibt für PfotenKlar

Über mich

Ich bin 42, arbeite als freiberuflicher Übersetzer und wohne in einer Altbauwohnung in Hamburg-Eimsbüttel. Seit drei Jahren teile ich mir diese Wohnung mit Lennox, einem Border-Collie-Mix aus einem Hamburger Tierheim, und am Parkettboden neben dem Schreibtisch sieht man das bis heute an den Kratzspuren.

Die ersten Wochen nach der Adoption liefen nicht wie geplant. Drei Paar Schuhe waren hinüber, dazu ein Sofakissen, das Lennox in Einzelteile zerlegt hatte, bevor ich überhaupt wusste, dass er dazu in der Lage war. Meike, eine Bekannte aus dem Stadtpark mit einem Vizsla, hörte sich das eines Morgens an, während Lennox schon wieder an ihrer Leine zog, und erwähnte beiläufig Online-Hundeschulen. Bis dahin hatte ich davon nichts gehört. Die Recherche danach führte am Ende zu vier verschiedenen Kursen, alle komplett durchgearbeitet, keiner nur angetestet.

Beruflich übersetze ich Fachtexte aus dem Englischen, und diese Gewohnheit lässt sich schwer abschalten. Was steht hier eigentlich genau, welche Methode steckt dahinter, deckt sich das mit dem, was im Alltag tatsächlich passiert? Die gleichen Fragen stelle ich mittlerweile jedem Kurs, während Lennox meistens neben dem Schreibtisch liegt, den Kopf gegen den kühlen Fensterrahmen gelehnt, und wartet, dass endlich etwas mit Leckerlis passiert.

Neben dem Schreibtisch liegt eine Schublade voller Kursnotizen, für jeden Kurs ein eigenes Heft, Einheit für Einheit protokolliert. Keine besondere Disziplin, eher Notwehr: Ohne diese Notizen wüsste ich drei Monate später nicht mehr, welcher Kurs welche Methode benutzt hat und was dabei am Hund zu sehen war.

Meine Perspektive ist die eines Halters, der die Kurse tatsächlich durchgestanden hat, mit allem, was dabei schiefging. Bei ernsteren Verhaltensproblemen braucht ein Hund jemanden mit Ausbildung, der ihn persönlich kennenlernt, das gehört genauso zur ehrlichen Einordnung wie die Testberichte selbst.

Artikel von Felix Bergmann

Offenlegung

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